18 Die eiſerne Maske.
„durch Buckingham,“ wiederholte ſte,„welcher mit allen Annehmlichkeiten des Leibes und der Seele ſo verſchwen⸗ deriſch ausgerüſtet ſein, welcher ſich gerühmt haben ſoll, daß Eliſabeth, wenn er früher gelebt, ſich nicht auf die Grabſchrift„Hier ruht die jungfräuliche Königin“ hätte ſpitzen durfen! Ich bin neugierig. Laſſen Sie doch die gute Chevreuſe eerſuchen, mich in meiner Unpäßlichkeit ein wenig zu tröſten... trotz allen Richelieu's,“ ſetzte ſie heimlich hinzu.
Unruhig auf⸗ und abgehend wartete die Königin auf die Ankunft ihrer Freundin. Der Empfang war herzlicher als man ihn an Höfen zu ſehen gewohnt iſt.
„Nun, meine beſte Herzogin, woher dieſe Nachricht? Iſt ſie auch ſicher?“
„So ſicher, meine Gnädige, als daß der Cardinal vor Aerger ſchwarz iſt. Wohl begünſtigte und leitete er das Heirathsproject, um dadurch Oeſtreich zu ſchwächen; aber er überlegte nicht, daß der ſchöne Buckingham im Stande ſein dürfte deſſen liebſte Plane zu durchkreuzen. Ich habe mich eines unverzeihlichen Fehlers anzuklagen, daß ich Ihnen nämlich noch nicht mittheilte, wie ich auf einem Balle in London Gelegenheit hatte den Herzog genau zu beobachten.“
„Auf einem Balle?“ fragte die Königin.
„Ja, Ew. Majeſtät; auf dem, welchen mir Lord Hol⸗ land zu geben die Güte hatte.“
„Und wie benahm ſich denn der Herzog auf dem Balle, den Ihnen zu Ehren der Lord Holland gab?“
„Er eroberte die Achtung aller Männer und die Herzen aller Frauen. In der Geſtalt eines Apoll ſcheint die ma⸗ jeſtätiſche Seele eines Jupiter zu wohnen. An ihm iſt alles Feuer und Leben. Trotz den glänzenden braunen Locken


