Die eiſerne Maske. 17
Ceremonien und bei ſeiner Rückkehr von der Jagd ſichtbar iſt, kränkelt ſeine Tage in mürriſcher Eiferſucht dahin;
er, der ſeit den erſten paar Jahren ſeiner Verheirathung keine Gemahlin hat, trägt ſeine Liebe gegen die La Fayet⸗ te, die Hautefort und die Chemerant zur Schau, die wohl am beſten wiſſen mögen was er ihnen ſein kann. Nein, Herr Cardinal, die Schmeicheleien meiner Anbeter füllen mein Herz nicht aus, die verſtohlenen Blicke ſätti⸗ gen es nicht, kleine unter Lebensgefahr beſtandene Aben⸗ teuer machen Luſt zu großen, zu dauernden und geſahr⸗ loſen. Ich habe nie mehr gefühlt als nach dieſem Geſpräch mit dem Cardinal, daß ich ganz unglücklich bin...“
Soweit hatte Anna vor ſich hin ihrem Herzen Luft gemacht, als die Frau von Motteville, welche mit der Beauvais in ein Geſpräch vertieft geweſen war, lang⸗ ſam auf die Königin zuging und von dieſer vollends her⸗ angewinkt wurde.
„Haben Sie mir eine Bemerkung mitzutheilen?“ fragte die letztere. „Wenn Ew. Majeſtät allergnädigſt erlauben, ſo wünſchte ich Ihnen zu ſagen, was ſo eben der Frau von Beau⸗ vais durch die Herzogin von Chevreuſe gemeldet wor⸗ den iſt.“
„Nun?“
„Madame) ſoll durch den Herzog von Bucking⸗ ham abgeholt werden und diefer iſt bereits zu Schiffe ge⸗ gangen.“
„Durch Buckingham!“ ſagte die Königin überraſcht;
*) Heurierte Marie, Tochter Heinrich's IV. und der Ka⸗ tharina von Medicis, geb. 1609, war für Karl I. von England beſtimmt.
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