Teil eines Werkes 
1. Bd. (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14 Die eiſerne Maske.

ſtützt von Ihnen, von Ornano, dem Prinzen Gaſton und der Königin(Mutter) Maria, Seine Majeſtät den König gewann, um durch ihn ein andres Ziel und durch dieſes wieder ſeinen Hauptzweck zu erreichen. Ich ſage das alles bloß um Sie aufmerkſam zu machen, daß gewiſſe Ihnen näher bekannte Verhältniſſe mich dermaleinſt ver⸗ geſſen laſſen müſſen, daß Sie eben ſelbſt Ihnen nicht ganz fremd geblieben zu ſein ſcheinen...

Wie, Herr Cardinal, unterbrach die Königin,Sie gedenken doch durch die Aufzählung von Perſonen, denen Sie abgeneigt ſein mögen, nicht mir Vorwürſe zu ma⸗ chen? Oder wollen Sie mir vorſchreiben, mit wem ich umgehen ſoll? Die Verbindung Ihrer Sätze ſcheint nichts Geringeres anzudeuten.

Ah, ſchöne Königin, verſetzte der Cardinal,ich bin es nicht, welcher eine ſolche Frage veranlaßt; es iſt eine wohlgemeinte Warnung höherer Art, welche den Zweck meiner Bitte um die Gnade einer Audienz bildet.

Wovor warnen Sie mich mit klaren Worten?

Vor dem Unglück, Ihrem Gemahl merken zu laſſen, daß die ſchönen Augen gewiſſer Männer neben Ihren Rei⸗ zen noch auf etwas Andres blicken.

Wenn Sie mit dieſen Worten auf Staatsintriguen an⸗ ſpielen, die Ihnen gefährlich ſein könnten, ſagte die Kö⸗ nigin mit klopfendem Herzen,ſo bitte ich Sie dieſelben zu redreſſtren.

So gewiß als das ſchöne Veilchen, welches auf die⸗ ſem Ihrem Handſchuh glänzt, nicht um des Handſchuhes willen da iſt, bedeuten gewiſſe Beſtrebungen etwas mehr als perſönliche Huldigung.

Bei dieſen Worten verſuchte der Cardinal die Hand der Königin zu faſſen, als wollte er die ſchöne Stickerei der