A
Die eiſerne Maske. 13
chelnden Geſichte flammten ein Paar kleine graue Augen, die mehr zu ſchrecken als zur Liebe zu reizen geeignet wa⸗ ren. Seine Aufgabe war groß. Was er wollte, durfte er nicht wohl merken laſſen, um ſich nicht auszuſetzen, und doch mußte ſein Wunſch errathen werden, wenn er ein längſt erſehntes Glück genießen wollte. Die Liebe der holdſeligen Königin ſchien einige Anſtrengung werth zu ſein.
„Ew. Mäjeſtät,“ ſagte er,„entſchuldigen wohl meine Freiheit, Ihnen einige koſtbare Augenblicke zu rauben, mit meiner Sorge für das Beſte des Reichs und der erlauch⸗ ten Familie..“
„Ah, Eminenz, ſiel die Königin ein,„Sie wiſſen, daß Sie mir ſtets willkommen ſind, auch wenn Sie nicht ganz ſo wichtige Urſachen in meine Gemächer führten.“
„Ich fühle mich geſchmeichelt dies von der ſchönſten Frau des Erdballs zu hören.“
„Indeſſen würde ich es mir nie verzeihen, dem Manne, auf deſſen Schultern das Wohl und Wehe Frankreichs und einer halben Welt ruht, mehr Zeit zu rauben als un⸗ umgänglich nöthig iſt.“
„Ich bin ſchon zu glücklich,“ ſagte Richelieu falſche Augen machend,„von Ihrer Zeit zu erhalten was wich⸗ tigere Angelegenheiten übrig laſſen. Wenn ich Ew. Ma⸗ jeſtät für die ſchönſte Frau des Erddalls erklärte, ſo hatte ich hinzuzufügen, daß ich es nicht allein bin, der dieſe Bemerkung macht. Die Montmoreney bin ich gewohnt nicht unter meine Freunde zu zählen, auch wenn einer da⸗ von die Gnade hat Ihnen zu gefallen; der Abbé Gondy, welcher die Zirkel des Louvre und der Frau von Chevreuſe ſeinem Lehrer Vineent vorzieht, möchte leicht eines An⸗ ſtoßes bedürfen, um ihn zur Kirche und Sorbonne zurück⸗ zubringen; von Chalais iſt es notoriſch, daß er, unter⸗


