Teil eines Werkes 
1. Bd. (1847)
Entstehung
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Die eiſerne Maske.

Wenn alles wahr iſt, was man von Ihnen ſagt, verſetzte die Marquiſe, hochroth vor Zorn,ſo vermeiden Sie es allerdings auf ſich Epigramme machen zu laſſen, indem Sie alle Welt durch die Preisgebung Ihrer Reize davon abzuhalten verſtehen.

Ha! rief die Herzogin außer ſich,Sie wagen...4

Dieſe letztern Worte waren etwas laut geſprochen wor⸗ den. Die Königin ſah ſich nach der Sprecherin um und winkte. Die Herzogin trat mit einer Verbeugung näher und hatte das Madrigal noch in der Hand.

Was giebt's? fragte die Königin Anna.Und was für ein Billet haben Sie hier? ſetzte ſie hinzu. Die Herzogin antwortete:

Es war zwiſchen der Marquiſe und mir ein Streit entſtanden, ob man dieſem Madrigal hier, das man auf Ew. Majeſtät verfertigt, anſehen könnne, welchen Bart deſſen Verfaſſer trage, ob einen à la Moignon oder einen à la Novion.

Obgleich einen Augenblick vorher noch mißlaunig, griff die Königin doch jetzt mit heiterem Geſicht nach dem Sei⸗ denblättchen, las bis zu Ende und ſprach dann lächelnd⸗

Nach den langen und kräftigen Wörtern zu urtheilen, kann er keinen von beiden Sorten, ſondern er muß einen Bart à la Vedeau tragen und genauer als von Hörenſa⸗ gen wiſſen was zu einer Vedette gehört.

Ich bin der Meinung, daß Ew. Majeſtät vollkommen Recht haben; denn das Gedicht iſt von Ihrem treuherzigen Bellegarde.

Die Königin lachte überlaut.

Von dem? ſagte ſie noch immer lachend;es zieht alſo was Sie ausſprengen? Hält man denn im Ernſte da⸗ für, daß Montmorency und Chalais ſo leicht von