Teil eines Werkes 
2 (1855) [Xaver Dubois]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

reichen merzen ls dem heilige ica für ligkeit dieſen

t es ola in hren it den ikel 21 hließt, und ir die konnte s nit

teſtan⸗ Drei⸗ t und ogen⸗ Was werde, unt, vom nano, U. h nit ditt mit⸗ anin lerlei Vor⸗

Wer hier in Nürnberg altdeutſche Kunſt ſuchen wollte in Holz, Stein und Stuck, hätte mondenlang alle Hände voll zu thun; aber er müßte darnach faſt graben, wie in Pompeji. Auf dieſen Schätzen des Kunſtfleißes ſitzen hier die Eigenthümer und Mäcene wie Harpagus Nachts auf ſeiner Kiſte. Aber Harpagus ſchläft, vom langen Wachen ermüdet, darüber ein, ſo daß man ihn, fürcht' ich, leicht bei Seite ſchieben und die ganze Kiſte forttragen kann ad majorem Dei gloriam! Den engliſchen Gruß von Veit Stoß haben ſie wirklich, wie Sommerlotte ſagte, in einen Sack genäht; man müßte ſich zum Kirchenraube entſchließen, um ſich hier die Klei nodien deutſcher Kunſt zugänglich zu machen. Wo uns aber ein Bild von Albrecht Dürer aus ſeinem Winkel entgegenblickt, da ath⸗ men wir die ächte Luft germaniſcher Kindlichkeit, die ſich im Schooße Gottes ſtark fühlt und ſicher weiß. In dieſen Bildern fährt die Mutter Gottes nicht gen Himmel; ſie ſitzt auf feſtem Poſtament mitten im Menſchenleben, ihres Dienſtes, als Magd des Herrn, ge⸗ wärtig. Paſtor Dreikorn hielt neulich in der Jacobspfarre eine Predigt über die gnadenvolle Jungfrau. Wer will den ſüßen Zauber leugnen, den Maler und Dichter des Südens in ihrer Verzückung um Maria weben! Aber iſt denn Chriſtus todt im evangeliſchen Chriſtenthume? Iſt der Geiſt aus dem deutſchen Lutherthume ent⸗ flohen? Dann iſt's freilich kein Wunder, wenn der heilige Loyola kommt, vielleicht in der Geſtalt des großen Roſicrucius, und die hohl gewordene Form und Hülle mit neuem Spiritus füllt.

Zu der hausbackenen Trockenheit des verknöcherten Lebens hier gehört auch das Ceremoniell des Umgangs. Baron Pölnitz, der große Kenner dieſer Menſchlichkeiten, nannte die Nürnberger les plus terribles complimenteurs. Eines Morgens trat in ſeiner getiegerten Amtstracht ein Rathsdiener zu uns in's Zimmer, um uns bei ſeinem Herrn Senator zum Abendſchmauſe zu laden. Man hat hier bei ſolcher Veranlaſſung gedruckte Verhaltungsregeln, die ein hoher Rath zu veröffentlichen pflegt, um die Sitte der Altvordern getreu und pünkt⸗ lich feſtzuhalten. Wir ſchlugen, nachdem wir die Einladung ſimpel angenommen, den betreffenden Paragraphen nach und hätten, länd⸗ lich üblich, die feierliche Einladung zur Suppe erſt eben ſo feierlich ablehnen, auf die zweite dringende Aufforderung eine ungewiſſe Ver⸗