Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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Geſicht war bleifarben von Schmerz und Angſt und packte ihn krampfhaft an beiden Armen und bat ihn um des allmächtigen Gottes willen

So das genügt. Wir brauchen nicht mehr zu ſagen. In vier Stunden war der arme Junge todt. Die Cholera graſſirte in jenem Monate in Varna, und wer in der heißen Sonnenglut an den Mündungen der ſchmuzigen Gräben jenes fluchbehafteten Ortes umher⸗ ſchlenderte, ward deſſen zu ſeinem Schaden inne. Wir kämpften, wie man weiß, um die Stadt den ſchmuzigen, unwürdigen Türken zu erhalten, wider die tapfern, edlen, aber, wie ich fürchte, ebenſo ſchmuzigen Ruſſen. Das Widerwärtige dieſes ruſſiſchen Krieges war, daß wir wäh⸗ rend der ganzen Dauer deſſelben unſere braven Feinde weit mehr achteten, als die unnützen Schurken, für die wir uns ſchlugen. Uebrigens ſcheint dieſe Abgeſchmacktheit unſere guten Freunde, die Franzoſen, noch mächtiger frap⸗ pirt zu haben, als uns.

Ich habe dieſes traurigen, kleinen Zwiſchenfalles nur erwähnt, um zu zeigen, daß das Leben zu Devna, zwi⸗ ſchen den hübſchen Hügeln und Wäldern, nicht lauter Sonnenſchein war; daß Charles hin und wieder durch dergleichen Trauerſpiele daran gemahnt wurde, wie ſich große Menſchenmaſſen aus ihren gewöhnlichen Beſchäfti⸗ gungen und Pflichten in eine ungewohnke und abnorme Lebensweiſe verſetzt fanden und die Natur ſich für ſolche Verletzung ihrer Geſetze rächte.

Man ſieht, daß wir über dieſe drei Wochen angenehmer hinweggekommen ſind, als die Anderen in Varna. Charles bedauerte es, als die Zeit kam, wo ſie das Lager in den