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ich, des Senats geſchworener Feind, hoffen, die durch den Tod des Metellus erledigte Oberprieſterſtelle zu erhalten?“
„Hier muß wieder mein Freund Labienus helfen“, erwiderte Catilina.„Er muß es bei dem Volke durch⸗ ſetzen, daß dieſes die Wahl des Oberprieſters wieder an ſich nimmt. Wählt aber das Volk, ſo kann Dir die wichtige Stelle nicht entgehen. Mit ihr aber fällt Dir unberechenbarer Einfluß in die Hände, den Du zu unſerm Vortheil nützen kannſt. Du haſt dann die veſtaliſchen Jungfrauen, alle Prieſter und Prieſterinnen Roms in Deiner Gewalt, alle ſind ſie Deiner Ober⸗ aufſicht untergeben und es liegt in ihrem Intereſſe, ſich Dir willfährig zu zeigen. Du biſt in allen Fra⸗ gen des Gottesdienſtes und des geiſtlichen Rechts, ſo— wohl was die öffentlichen Angelegenheiten als das Familienleben anlangt, die letzte Inſtanz, kannſt in das Staats⸗ und Beamtenweſen eingreifen und haſt ſo die natürliche Veranlaſſung in der Hand, Dich nicht allein um die geiſtlichen, ſondern auch um die welt⸗ lichen Angelegenheiten zu bekümmern, welch letztere bei dem Pontificat ohnehin längſt zur Hauptſache geworden ſind. Du haſt den Opferkönig, das Collegium der Fünfzehn in Religionsſachen unter Dir, verwalteſt die Urkunden, beſtimmſt die Feſt und Geſchäftstage,


