Teil eines Werkes 
2. Bd. (1871)
Entstehung
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meinen mit Leichtigkeit Alles zum Beſten lenken zu kön⸗ nen was man wünſcht, das hofft man; aber jene be rechnen die Leidenſchaften nicht, welche ihre ungetrübte Seele nicht kennt. So gießen ſie Oel in die Flamme, wo ſie beruhigen möchten, und der letzte laute Ruf der Verſöhnung weckt den Sturz der Lavinen, wo ſich ſchroffe Häupter gegenüberſtehen.

Die Weiſung Gretchen's, ihren Vater noch einmal zu ſprechen, hätte mich vor drei Monaten beglückt, denn ich würde darin eine Annäherung ſeinerſeits geſehen haben, jetzt erſchien mir dieſe Aufforderung immer räth⸗ ſelhafter, je mehr ich darüber nachdachte. Bei Licht beſehen hatte ich ihren Vater und ſeine Unredlichkeit vor ihr unheilbar bloßgeſtellt. Das konnte er mir nie vergeben, wenn er jemals davon erfuhr, und auch ſie konnte keine reine klare Empfindung dabei haben; ſtand ihr Herz auch auf meiner Seite, ſo blieb ſie immer

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die Tochter ihres Vaters, und wie konnte ſie je hoffen, daß es zu einem guten Ende zwiſchen mir und ihm, dem ſtolzen alten Herrn, kommen könnte, den ich Lügen geſtraft hatte! Es war nicht anders möglich, als daß ſie ihre Aufforderung in halber Verzweiflung geſtellt haben mußte.

So dachte ich am Abend. Nach wohl durchſchla fener Nacht überlegte ich mir noch einmal, was zu thun