haupt, was hatte in meinem Daſein noch Werth und Bedeutung ohne ſie, ohne mein theures Gretchen! Ich war nahe darau, aus Kummer blaſirt zu werden, nur der Lärm der Gegenwart und der betäubende Wirbel der Großſtadt ließen mich bisweilen die tiefe Wunde vergeſſen.
Endlich nach länger als drei Monaten war Alles glücklich zu Ende geführt, und ich machte mich auf den Heimweg, innerlich ein neuer, anderer Menſch geworden, der die Welt jetzt objectiver und ruhiger anſah. Ich ſagte mir, daß der Mann zuletzt doch größere und weitere Lebensaufgaben habe, als in confuſer ſelbſt⸗ ſüchtiger Gefühlsſchwelgerei unterzugehen. Jene Auf⸗ gaben des Strebens und Wirkens ſind ſeine Pflicht, dieſes, das ſchöne Glück der Liebe, bleibt nur eine Gunſt des Himmels, die ſich nicht ertrotzen läßt. Für enes muß er leben und ſtreiten ohne Raſt, für dieſes kann er nur danken, wenn es ihm beſchieden iſt, in Summa: arbeiten ſollen wir, arbeiten müſſen wir, alles Andere aber demſelben Gott überlaſſen, der den Fluren Sonnenſchein und Regen gibt, der den Acker des Einen reich aufblühen, den des Andern verhageln läßt. Und wenn wir uns ſchützen können vor den Un⸗ bilden des Feuers, Waſſers und Hagels, ſchützen durch Verſicherung, die uns unabhängig vom Clement


