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es zufällig geleſen haben, Pierre? Du haſt Deine zehn Louisd'or gewonnen, mein Freund.“
„Und man wird auf die Geſundheit des Capitäns trinken!“ rief die ganze Mannſchaft.
„Nun gehört die Calypſo uns, als gäbe man
ſie uns umſonſt,“ ſagte Herbel;„nur wollen wir den Mond erwarten, nicht wahr Pariſer?“ „Ich glaube, das wird klug ſein,“ antwortete der Pariſer;„denn es wird Nacht, und bei dem Geſchäfte, das wir noch zu verrichten haben, iſt es nicht übel, zu ſehen, wohin man den Fuß ſetzt.“
„Und ich,“ ſagte der Capitän,„ich verſpreche Euch, da Ihr ſehr vernünftig geweſen ſeid, ein Feuerwerk.“
Die Abenddämmerung war wirklich gekommen und die Nacht rückte mit der in den Tropenbreiten eigenthümlichen Geſchwindigkeit heran.
Da dieſe Nacht, ſo lange ſie ohne Mond wäre, ſehr dunkel zu ſein drohte, ſo befahl der Capitän Herbel, um den Engländern ſeine Abſicht, in der Nacht nicht zu verſchwinden, deutlich zu bezeichnen, Laternen an ſeinen Oberſtangen aufzuhiſſen.
Die Laternen wurden aufgehißt.
Der Engländer ſeinerſeits,— zum Zeichen, daß er die Partie nur als angefangen betrachte, ließ zwei Schiffslaternen aufziehen, wie es ſein Gegner gethan hatte.
Auf beiden ſchien man mit gleicher Ungeduld den Aufgang des Mondes zu erwarten.
Die zwei Schiffe hatten ihre Segel maskirt, daß ſie faſt aufgebraßt lagen; ſie ſahen in der Finſterniß aus wie zwei über die See hinlaufende Wolken, er⸗
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