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Seemannsliedern zu ſingen, die er ſo gut ſang, und das, wie das ca ira, die Mitte zwiſchen der Mar⸗ ſeillaiſe und der Carmagnole hielt.
Pierre Berthaut ſtand auf, ohne ſich im Ge⸗ ringſten bitten zu laſſen, und ſtimmte mit einem Tone, ſo ſchallend als eine Trompete, dieſes zugleich tolle und furchtbare Lied an, von dem wir bedauern, daß wir weder die Melodie kennen, noch die Worte zu geben vermögen.
Sagen wir indeſſen, um wahr zu ſein, daß, wel⸗ ches Vergnügen auch die Mannſchaft im Allgemeinen und der Pariſer insbeſondere beim Anhören dieſes pittoresken Liedes empfanden, ſich eine ſo gewaltige Ungeduld zeigte, daß der Capitän Pierre Herbel ge⸗ nöthigt war, ſeinen Leuten Stillſchweigen aufzuer⸗ legen, damit der Virtuoſe ſeine achte Strophe ſingen konnte.
Man erinnert ſich, daß Pierre Berthaut der Liebling des Capitäns war; der Capitän wollte alſo nicht, daß man ihm die Unart anthat, ihn zu unter⸗ brechen.
Dank dieſer Protection ſang Pierre Berthaut nicht nur ſeine achte, ſondern auch ſeine neunte und ſeine zehnte Strophe.
Hier endigte das Lied.
„Das iſt Alles, Capitän,“ ſagte der Sänger. „Iſt es wirklich Alles?“ fragte Pierre Herbel.
„Ganz und gar.“
„Du brauchteſt Dir keinen Zwang anzuthun, wenn es noch andere Strophen hätte,“ erwiederte der Capitän;„wir haben Zeit.“
„Es hat keine andere.“


