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bot, einige Launen im Takelwerk nicht zu rechnen, welche zu entdecken man das geübte Auge eines Seemanns haben mußte, bot die Schöne Thereſe einen ebenſo friedlichen Anblick, als ihr Name rei⸗ zend war.
Abgeſehen von ihren etwas ſchlanken Spirren, welche hätten auf den Glauben bringen können, ſie gehe von den Werften von New⸗York oder Boſton aus, oder ſtatt einer Ladung Indigo oder Cochenille führe ſie das, was man im Negerrothwälſch eine Ladung Ebenholz nennt, offenbarte nichts an ihr ihr ungeſtümes Weſen und ihren zankſüchtigen Charakter.
Mehr noch: ihre ſorgfältig in das Zwiſchendeck zurückgeſchobenen Kanonen hätten um keinen Preis der Welt ohne die Erlaubniß des Herrn durch die Stückpforten geſchaut. Dieſe Stückpforten ſelbſt waren bedeckt mit einem breiten Streifen wie das lebende Werk des Schiffes angemalten Segeltuchs. Allerdings hob ſich im Augenblicke des Kampfes dieſer Lein⸗ wandſtreifen auf wie eine Theaterdecoration und ließ einen lebhaft rothen Streifen ſehen, in deſſen Unter⸗ brechungen die Kanonen, welche es drängte, Luft zu ſchöpfen, wollüſtig ihren ehernen Hals hinausſtreckten.
Sodann, da der Capitän Herbel der Einzige war, dem dieſer luſtige Gedanke gekommen, wußte der Engländer, daß er es mit einem Manne zu thun hatte, der, da er keinen Pardon verlange, auch keinen geben würde.
In dieſen Dispoſitionen erwartete er und ſeine Mannſchaft, daß das Schiff, welches man im Ge⸗ ſicht hatte, ſelbſt ſeine Dispoſitionen kundgebe.
Er hatte nicht nur alle ſeine Segel entfaltet,


