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Thereſe auf, Kinder, damit wir den Engländern zeigen, was die Söhne von St. Malo zu thun verſtehen.“
Kaum hatte der Capitän Beſehl gegeben, als das Schiff, das ſich, wie geſagt, einfach unter ſeinen Marsſegeln, ſeinem Fockſegel und ſeinem großen Klüver fand, wie eine doppelte Wolke ſeine Bram⸗ ſegel, ſodann ſein großes Segel und zugleich ſeine Brigantine entrollte.
Den Wind in allen ſeinen Segeln empfangend, arbeitete es ſich ſodann in die Wogen, wie ein kräf⸗ tiger Ackersmann die Pflugſchaar in die Erde eindrückt.
Es trat ein Augenblick des Stillſchweigens ein, bei welchem, als ob die hundertſechzig Mann, die die Equipage des Schiffes bildeten, von Marmor ge⸗ weſen wären, man keinen andern Hauch hörte, als den des Windes, der die Segel onſchwellte und im Tauwerk bebte.
Während dieſes Augenblickes kam Pierre Ber⸗ thaut zum Capitän zurück.
„Iſt es geſchehen?“ fragte Herbel.
„Es iſt geſchehen.“
„Doch unſere Stückpforten ſind immer bedeckt?“
„Sie wiſſen, daß es Ihres perſönlichen Befehles bedarf, um ſie zu entblößen.“
„Gut; iſt der Augenblick gekommen, ſo wird man ihn geben.“
Wir wollen dieſe Worte erklären, welche für den Leſer vielleicht ziemlich unbegreiflich ſind.
Der Capitän war nicht nur ein Hriginal, wie es die Wahl ſeines Standes beweist, ſondern er war auch ein ſpaßhafter Charakter. Beim erſten Anblicke


