Teil eines Werkes 
3. Bd. (1856)
Entstehung
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nun, da es in einer halben Stunde Tag ſein wird, laßt uns den Anker lichten und uns ſegelfertig machen.

Unſere fünf Flüchtlinge brachten eine Stunde in der grauſamſten Bangigkeit zu; endlich ſtreifte eine gräuliche Linie den öſtlichen Horizont; das iſt das, was man in England die Morgenröthe nennt.

Beinahe zu gleicher Zeit erſchien ein lebhafter Schein, gefolgt von einem Knalle, der auf den Wällen hinlief und ſich am Ufer brach, an den Flanken eines maſeſtätiſchen Dreideckers, der wie eine bewegliche Feſtung den Eingang des Hafens bewachte.

Das war das Signal für die Schlupe, den Anker zu lichten.

Sie fragte auch nicht eine Secunde um Erlaubniß.

Man hißte die Flagge Groß⸗Britanniens auf und fuhr auf einen Piſtolenſchuß am Admiralsſchiffe vor⸗ über.

Im Vorüberfahren ſchwang Herbel, der auf der Schanzverkleidung ſtand, ſeinen Hut und ſchrie mit aller Macht ſeiner Lunge:

Hurrah für König Georg!

Die Koſt an Bord der Schlupe war nicht üppig; doch im Vergleiche mit denen der Pontons waren die Mahle der fünf Gefangenen wahre Schmäuſe.

Laſſen wir ihnen die Gerechtigkeit widerfahren: an jedem dieſer Mahle durfte der unglückliche Pit⸗ caern Theil nehmen. Mit der Gefahr hatte die Strenge für ihn aufgehört: man hatte ihm Knebel und Bande abgenommen, und Pierre Herbel hatte in Beziehung auf ihn die kymriſche Geſchichte wie⸗ der angefangen, die er ſeinen Gefährten gegeben.