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ſich erzieht, iſt eine Idee der Revolution von 1789, und hätte ſie nur ſolche gehabt, ſo wäre ich ihr nicht zu ſehr gram... Dieſer Vater ſagte alſo zu ſich ſelbſt:
„Ich habe mein ganzes Leben lang Blut und Waſſer geſchwitzt; ich habe gelitten wie ein Elender; mein Sohn ſoll nicht leiden wie ich. Von den drei⸗ tauſend Franken Gehalt, die ich habe, will ich fünf⸗ zehnhundert der Erziehung meines Sohnes opfern; iſt ſeine Erziehung vollendet, ſo wird er ſein, was er will, Advocat, Arzt, Künſtler; mir gleichviel, was er ſein wird, wenn er nur etwas iſt.““
„Dem zu Folge brachte man den jungen Men⸗ ſchen in eine der erſten Penſionen von Paris. Der Vater lebte mit den fünfzehnhundert Franken, die ihm blieben... nein, nicht mit den fünfzehnhundert Franken! mit den tauſend; denn Du gibſt wohl zu, daß der Unterhalt und das Taſchengeld wenigſtens fünfhundert Franken koſteten?.. Hörſt Du mich, Petrus?“
„Mit der größten Aufmerkſamkeit, mein lieber Oheim, obſchon ich nicht weiß, worauf Sie ab⸗ zielen.“
„Du wirſt es ſogleich erfahren: folge nur auf⸗ merkſam meiner Erzählung.“
Der Graf zog ſeine Tabaksdoſe aus ſeiner Taſche, und Petrus hielt ſich bereit, kein Wort von dem zu verlieren, was ihm ſein Oheim ſagen ſollte, wie er kein Wort von dem, was er geſagt, verloren hatte.
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