Teil eines Werkes 
3. Bd. (1856)
Entstehung
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muß ich Dir die Urſache meiner ſchlechten Laune ſagen.

Ich höre, mein Oheim.

Kennſt Du?... Es iſt im Ganzen unnöthig, daß Du ihn kennſt. Ich will Dir die Geſchichte er⸗ zählen; wir wollen den Helden** nennen. Höre und begreife die Urſache meiner ſchlechten Laune. Ein braver Arbeiter von Lyon kam vor etwa dreißig Jahren zu Fuße nach Paris, ohne einen Sou in ſei⸗ ner Taſche, ohne Strümpfe an ſeinen Füßen, ohne ein Hemd auf dem Rücken. Durch Noth und Ge⸗ duld erlangte er nach Verlauf von fünf Jahren die Stelle des Chefs einer Spinnerei mit dreitauſend Franken Gehalt. Er iſt reich, nicht wahr? Ein Menſch, der nach Paris c. Schuhe gekommen iſt und dreitauſend Livres Einkommen erlangt hat, iſt ein reicher Mann; denn derjenige iſt reich, welchen die Arbeit den Leidenſchaften, den Bedürfniſſen, den Launen ſeines Temperaments oder ſeiner Einbildungs⸗ kraft entzogen hat. Nun ſchenkte ihm ſeine Frau nach einem zweijährigen Aufenthalte in Paris ein Kind; dann ſtarb ſie.

Was werde ich aus dieſem Knaben machen? fragte ſich der Vater, als ſein Sohn fünfzehn Jahre alt war.

Es verſteht ſich von ſelbſt, daß es ihm nicht einen Augenblick einfiel, aus ſeinem Sohne das zu machen, was er ſelbſt geweſen war, ein Arbeiter... Sie wiſſen übrigens, daß man mich hohen Ortes be⸗ ſchuldigt, ich ſei ein Jacobiner, und ich muß ſagen, dieſer wohl angebrachte Stolz, dieſer väterliche Stolz, der darin beſteht, daß man immer ſeinen Sohn über