Teil eines Werkes 
3. Bd. (1856)
Entstehung
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Mein lieber Oheim, ich geſtehe Ihnen, daß ich Sie immer weniger begreife.

Ah! willſt Du mich etwa glauben machen, Du habeſt die Schule der B ürger nicht ſpielen ſehen?

Doch, mein Oheim, ich habe ſie ſpielen ſehen.

Und Du habeſt den Marquis von Moncade nicht beklatſcht?

Ich habe ſein Spiel beklatſcht, weil Armand dieſe Rolle gut ſpielt, doch ich habe ſeine Handlung nicht beklatſcht.

Ah! wahrhaftig, Sie ſind ſpröde, mein Herr Keffe.

Nein, mein lieber Oheim; doch zwiſchen ſpröde ſein und zugeben, daß ein Mann Geld von einer Frau empfangen kann..

Bah! mein lieber Freund, iſt man ſelbſt arm und dieſe Frau iſt reich, wie Frau von Marande oder wie die Gräfin Rappt...7

Mein Oheim! rief Petrus aufſpringend.

Alles ſchön, mein Neffe! Alles ſchön! Das iſt nicht mehr die Mode! Sprechen wir nicht mehr hie⸗ von, die Moden ändern ſich. Doch was willſt Du? ich verlaſſe Dich vor vier Monaten, mit einem mit Deinen Skizzen ausgeſchmückten Atelier und einem daran ſtoßenden Stübchen, Alles von Deiner Por⸗ tiöre beſorgt, der man prunkhaft den Namen Wirth⸗ ſchafterin gegeben; ich wiſche mir vor der Thüre meine Füße auf einer Strohdecke ab, die nicht mehr neu iſt, und ich ſehe Dich ruhig zu Fuße nach dem

uartier Latin gehen, um für zweiundzwanzig Sous bei Flicotteaux zu Mittag zu eſſen; ich ſage mir: 10

Dumas, Salvator. II.