Teil eines Werkes 
3. Bd. (1856)
Entstehung
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Lieber Herr Gérard, ſind Sie ein treuer Unter⸗ than des Königs?

Großer Gott! ich verehre Seine Majeſtät.

Wären Sie geneigt, ihm mit Eifer zur Süh⸗ nung Ihrer Schwächen, ſprechen wir das Wort ge⸗ radezu aus, Ihrer Irrthümer zu dienen?

Auf welche Weiſe könnte ich dem König dienen, mein Herr?

Vernehmen Sie: der König iſt von Feinden aller Art umgeben, Herr Gérard!

Und der arme Mann kann ſie nicht allein be⸗ kämpfen. Er beauftragt alſo ſeine treueſten Unter⸗ thanen, ihn zu vertheidigen, für ihn zu kämpfen, die Böſen niederzuſchmettern. In der royaliſtiſchen Sprache aber nennt man die Böſen die Moabiter, die Amalekiten, Alle diejenigen, welche auf irgend eine Art und aus irgend einer Urſache zu der Partei halten, deren Repräſentant dieſer elende Sarranti iſt; ſodann diejenigen, welche, da ſie den König nicht genug lieben, den Herzog von Orleans zu ſehr lieben würden; endlich diejenigen, welche, den Einen und den Andern beiſeit laſſend, eine Erinnerung an die erbärmliche Revolution von 1789 hätten, von der, wie Ihnen bekannt iſt, Herr Gérard, alle Miß⸗ geſchicke Frankreichs notiren. Das ſind die Böſen, Herr Gérard, das ſind die Feinde des Königs, das ſind die Hydren, welche zu bekämpfen ich Ihnen an⸗ biete; nicht wahr, das iſt eine edle Aufgabe?

Ich geſtehe Ihnen, mein Herr, erwiederte der ehrliche Gérard mit der Geberde des Menſchen, der ſich den Kopf nicht länger zerbrechen will,ich ge⸗