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Herrn Saranti eingerückten fulminanteſten Artikel ge⸗ leſen. Von da an fühlte er ſich von einer unſicht⸗ baren Hand beſchützt; er kämpfte wie jene, von Minerva begünſtigten Kriegshäupter, unter ihrer Aegide. Herr Jackal beſtärkte ihn in dieſem Glauben.
Er begriff alſo, daß er dem Polizeimann gegen⸗ über, der als Verbündeter zu ihm kam, kein Intereſſe hatte, zu ſchweigen, und jedes im Gegentheile zu ge⸗ ſtehen. Dem zu Folge ſchickte er ſich an, Alles zu erzählen, wie er es beim Abbé Dominique gethan hatte,— eine Rede ſeines Bruders bis zu dem Augen⸗ blicke, wo er, die Verhaftung von Herrn Saranti erfahrend, ſein Bekenntniß von ſeinem Beichtiger zu⸗ rückgefordert hatte.
„Ah! nun bin ich dabei!“ rief Herr Jackal;„ich begreife Alles.“
„Wiel!“ ſagte erſchrocken Herr Gérard,„Sie be⸗ greifen Alles? Als Sie hieher kamen, wußten Sie alſo nichts?“
„Nicht viel, ich geſtehe es; doch das geht ſeinen geraden Weg.“
Und er ſtützte ſich mit dem Ellenbogen auf den Arm ſeines Fauteuils, ließ ſein Kinn auf ſeine Hand fallen, dachte einen Augenblick nach, und ſein Geſicht nahm einen gewiſſen Ausdruck von Melancholie an, woran dieſes Geſicht entfernt nicht gewöhnt war.
„Armer Teufel von einem Abbé,“ murmelte er, „ich erkläre mir, warum er bei allen Göttern ſchwur, ſein Vater ſei unſchuldig; ich verſtehe, was er ſagen wollte, als er von einem Beweiſe ſprach, den er nicht zeigen konnte, und ich begreife, warum er nach Rom gereist iſt.“


