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„Nein; Madame Gérard hat ſie, wie es ſcheint, ſchlecht getödtet.“
„Meine Nichte! Sie ſind ſicher, daß ſie lebt?“
„Ich komme ſo eben von ihr, und ich muß Ihnen geſtehen, mein lieber Herr Gérard, daß Ihr Name und beſonders der Ihrer Frau eine ziemlich bedauerliche Wirkung auf ſie hervorgebracht hat.“
„Sie weiß alſo Alles?“
„Das iſt wahrſcheinlich, denn ſie ſtößt Schreie der Verzweiflung nur beim Namem ihrer guten Tante Orſola aus.“
„Orſola?“ wiederholte Herr Gérard, ſchauernd wie unter einem elektriſchen Schlage.
„Sehen Sie,“ ſagte Herr Jackal,„dieſer Name macht auf Sie ſelbſt eine gewiſſe Wirkung. Urtheilen Sie, welche er auf das arme Kind machen muß.. Nun wohl, wie um jeden Preis dieſes Kind, das jeden Augenblick ſprechen kann, ſchweigen muß, ebenſo müſſen alle für Sie compromittirenden Indicien er⸗ löſchen. Herr Gérard, ich bin Arzt, und zwar ziem⸗ lich guter Arzt, ich pflege die Mittel zu finden, wenn ich die Temperamente der Leute kenne, mit denen ich es zu thun habe. Erzählen Sie mir alſo dieſe traurige Geſchichte in ihren kleinſten Einzelnheiten: der mindeſte, ſcheinbar gleichgültige, Umſtand kann, von Ihnen ver⸗ geſſen, unſern ganzen Plan zerſtören. Sprechen Sie daher, wie wenn Sie einen Arzt oder einen Prieſter vor ſich hätten.“
Herr Gérard beſaß, wie alle Schlammthiere, im höchſten Grade den Inſtinkt der Selbſterhaltung. Ein beſtändiger Leſer aller politiſchen Blätter, hatte er in den royaliſtiſchen Zeitungen die auf v gegen
Dumas, Salvator. II.


