110
Ihnen zu bringen, ſondern es auch ſelbſt an Ihrem Knopfloche zu befeſtigen, und nie, der König iſt deſſen ſicher, wird eine Decoration auf dem Herzen eines redlicheren Mannes geglänzt haben.“
„Ich werde darüber vor Freude ſterben, Herr Commandeur!“ rief Herr Gérard.
Herr Triptolème von Melun machte die Geberde eines Menſchen, der in der Seitentaſche ſeines Rockes ſtört, während Herr Gérard, ganz keuchend vor Freude, Stolz und Glück, ſich anſchickte, niederzu⸗ knieen, um die Umarmung zu empfangen.
Doch, ſtatt aus ſeiner Taſche den ſo oft verkün⸗ digten und ſo ſehr erſehnten Orden zu ziehen, kreuzte der Commandeur die Arme, ſchaute Herrn Gérard von oben herab an und ſprach:
„Bei Gott! mein Herr ehrlicher Mann, Sie müſ⸗ ſen ein heilloſer Schuft ſein!“
Herr Gérard fuhr, wie man leicht begreift, auf, als ob ihn eine Schlange in die Ferſe gebiſſen hätte.
Doch ohne ſich um ſeine erſchrockene Miene zu bekümmern, fuhr der Andere fort:
„Schauen Sie mir ins Geſicht, Herr Gérard!“
Eben ſo tief erbleichend, als er erröthet war, verſuchte es Herr Gérard, den Befehl des Kammer⸗ herrn auszuführen; doch ſeine Augen ſenkten ſich un⸗ willkürlich nieder.
„Was wollen Sie ſagen?“ ſtammelte er.
„Ich will ſagen, daß Herr Sarranti unſchuldig iſt; daß Sie ſchuldig des Verbrechens ſind, für das man ihn zum Tode verurtheilt hat; daß es dem Kö⸗ nig nie eingefallen iſt, Ihnen das Kreuz anzubieten;
daß ich nicht der Commandant Triptoleme von Melun,


