Teil eines Werkes 
3. Bd. (1856)
Entstehung
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gen, war der ehrliche Herr Gérard in ſeinem Schloſſe Vanvres beſchäftigt, die Zeitungen zu leſen; da trat derſelbe Kammerdiener, welcher in dem Augenblicke, wo man am Leben ſeines Herrn verzweifelte, einen Prieſter im Bas⸗Meudon ſuchte und den Bruder Dominique zurückbrachte, derſelbe Kammerdiener, ſagen wir, trat ein und erwiederte auf die von ſeinem Herrn auf die verdrießlichſte Art ausgeſprochenen Worte: Warum ſtören Sie mich? wieder ein Bettler? mit der majeſtätiſchſten Stimme:

Seine Excellenz der Herr Commandeur Tripto⸗ leme von Melun, Kammerherr des Königs.

Herr Gérard wurde carmoiſinroth vor Stolz, ſtand raſch auf, und ſuchte mit dem Blicke die Tie⸗ fen des Corridors zu durchdringen, um von ſo fern, als es ihm möglich wäre, die erhabene Perſon zu entdecken, die man ihm mit ſo viel Emphaſe meldete.

Im Halbſchatten erſchien in der That ein Mann von hoher Geſtalt, ſchlank, mit blonden Haaren oder vielmehr mit blonder, gekräuſelter Perrücke, eine kurze Hoſe, den Degen faſt wagrecht, einen Frack à la frangaise, das Spitzenjabot im Winde und eine Ordensſchnalle im Knopflocke tragend.

Laſſen Sie ihn eintreten! rief Herr Gérard.

Der Bediente verſchwand, und Seine Excellenz der Commandeur Triptolème von Melun, Kammer⸗ herr des Königs, trat in den Salon ein.

Kommen Sie, Herr Commandeur! kommen Sie! ſagte Herr Gérard.

Der Commandeur machte zwei Schritte, blieb ſtehen, ſchüttelte leicht den Kopf mit dem linken Auge blinzelnd, und offenbarte in allen ſeinen Be⸗