Teil eines Werkes 
3. Bd. (1856)
Entstehung
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Sein Herz erſchien ihm ſelbſt wie ein Altar, ſeine Liebe wie ein Cultus; ſeine ganze Vergangen⸗ heit eines Skeptikers verſchwand, wie im Theater unter dem Zauberſtabe einer Fee und auf Befehl des Maſchiniſten eine, eine Wüſte vorſtellende Deco⸗ ration verſchwindet..

Er wandte ſich gegen die Zukunft, und durch weiße und roſenfarbige Wolken ſah er einen neuen Horizont. Dieſer Horizont war für ihn das, was für den Matroſen, der die Tropenregionen durch⸗ reist und die Vorgebirge umſchifft hat, die Erſchei⸗ nung von einer jener zauberhaften Inſeln des Stillen Meeres, oder des Indiſchen Meeres, mit ihren gro⸗ ßen Bäumen, ihren Rieſenblumen, ihren tiefen Küh⸗ len, ihren ſcharfen Wohlgerüchen iſt, Tayti oder Ceylon. Er erhob die Stirn wieder, ſchüttelte den Kopf, ſtützte ſich aufs Neue auf die Bettlade, wie er es im Augenblicke des Einſchlafens von Roſe⸗de⸗Noöl gethan hatte, und betrachtete ſie mit einer Art von väterlichen Zärtlichkeit.

Schlafe, Kind, murmelte er,Du, die Du mir das Leben wieder geoffenbart haſt!.. Es war alſo die Liebe, die Du unter Deinem Flügel trugſt, theure Taube, an dem Tage, wo ich Dir begegnete! Ich bin alſo ſo oft an Dir vorüber gegangen, habe Dich ſo oft geſehen, ſo oft angeſchaut, ſo oft Deine Hand in der meinigen gedrückt, und Alles iſt ſtumm geblieben, oder hat eine unbekannte Sprache mit mir geſprochen... Während Deines Schlafes haſt Du mir Deine Liebe geoffenbart... Schlafe, liebes

Mädchen mit dem geheimnißvollen Urſprunge! Die

Engel wachen zu Deinen Häupten, und ich werde