Teil eines Werkes 
3. Bd. (1856)
Entstehung
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hatte, hütete ſich die Brocante wohl, ihn warten zu

laſſen und öffnete ſogleich das Fenſter.

Da entſtand in der Verſammlung ein allgemei⸗ nes Knurren, das ſich bald zum Brüllen erhoben hätte, würde nicht die Brocante von dem Nagel, wo ſie hing, die Strafpeitſche losgemacht und ſie über den Häuptern derſelben geſchwungen haben.

Beim Anblicke dieſes Geißelungswerkzeuges ſchwieg die Geſellſchaft wie durch Zauber.

Babylas legte ſeine beiden Pfoten auf die Rand⸗ leiſte des Fenſters und ſchaute nach rechts und nach links; doch Niemand, Menſchen ausgenommen, wagte ſich in die Rue d'Ulm, welche damals ſo wenig ge⸗ pflaſtert war, als Paris zur Zeit von Philipp Auguſt, und beſonders bei dem Regen, der an dieſem Tage in Strömen fiel.

Ach! ſeufzte unſer Verliebter, Jach! ach!

Doch dieſes Seufzen rührte den Geiſt der Ge⸗ wäſſer nicht, und keine Hündin, nicht einmal ein Hund kam vorüber.

Es erſchien die Stunde des Frühſtücks; Babylas blieb am Fenſter; es ſchlug die Stunde des Mittags⸗ mahls: Babylas blieb am Fenſter; endlich die Stunde des Abendbrods ſo vergebens, als die des Frühſtücks und des Mittagsmahls.

Die Andern rieben ſich die Pfoten vor Vergnü⸗ gen: der Theil von Babylas fiel natürlich ihnen zu.

Es war ſehr ernſt, wie man ſieht.

Babylas hatte ſich geweigert, irgend eine Nah⸗ rung zu ſich zu nehmen; die Brocante mochte ihn immerhin mit den zärtlichſten Namen rufen, ihm die klarſte Milch, den glänzendſten Zucker, die goldenſten