Teil eines Werkes 
3. Bd. (1856)
Entstehung
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theilen! weil Ihr Engliſch, Franzöſiſch, Deutſch, Chineſiſch ſprecht, und nicht Hundiſch ſprecht, ſagt Ihr ruhig:Die Hunde ſprechen nicht!

Irrthum! die Hunde ſprechen ihre Sprache, wie Ihr die Eure ſprecht! Mehr noch: Ihr verſteht nicht, was ſie Euch ſagen, hoffärtige Menſchen! und ſie, die Demüthigen, die ſich darauf nichts einbilden, verſtehen, was Ihr ihnen ſagt. Fragt den Jäger, ob ſein Hund nicht ſpreche, wenn er ihn hat träu⸗ men, einen Haſen jagen, Streit anfangen, ſich im Traume raufen hören? Was wacht denn ſo in die⸗ ſem Hunde, der ſchläft? Iſt es nicht eine Seele, eine Seele minder vollkommen, doch ſicherlich naiver, als die unſere?

Die Hunde ſprechen nicht!... Sagt das doch Eurem dreijährigen Kinde, das ſich auf der Wieſe mit dem großen, drei Monate alten Neufundländer wälzt. Das junge Kind und der junge Hund ſpie⸗ len wie zwei Brüder, und horchen auf die unartiku⸗ lirten Töne, die ſie mitten unter ihren Spielen und ihren Liebkoſungen austauſchen.

Ei! mein Gott, das Thier verſucht ganz einfach

die Sprache des Kindes zu ſprechen, und das Kind

die Sprache des Thieres. Sicherlich, welche Sprache ſie auch ſprechen mögen, verſtehen ſie ſich, und ſie ſagen ſich vielleicht in dieſer unbegriffenen Sprache mehr Wahrheiten über Gott und über die Natur, als je Plato und Boſſuet geſagt haben.

Die Hunde ſprechen alſo, das iſt kein Zweifel in unſeren Augen, und ſie haben den großen Vorzug vor uns: daß ſie, Hundiſch ſprechend, das Fran⸗

zöſiſche, das Deutſche, das Spaniſche, das Chineſiſche,

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