Teil eines Werkes 
3. Bd. (1856)
Entstehung
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Da ich es Ihnen ſage, erwiederte er, die Achſeln zuckend.Nun, wenn es Nacht geworden iſt, gehen Sie nicht mehr aus.

Seien Sie unbeſorgt, von dieſem Abend an

bleibe ich zu Hauſe.

Ich befürchtete, meine dreißig Franken dürften mich nicht weit führen. Ich wäre vielleicht Hungers geſtorben, ehe es einem Unglücklichen einfiele, ſich zu erſchießen.

Nach Hauſe zurückkehrend, trat ich bei einem Trövler ein, und ich fand eine Hoſe, eine Jacke und eine Weſte von Sammt für fünfzehn Franken; ich kaufte dieſe Kleidungsſtücke, ließ ein Päckchen daraus machen, und nahm es unter meinem Arme mit. Jagdſchuhe und eine alte Jagdmütze ſollten das Co⸗ ſtume vervollſtändigen. Es blieben fünfzehn Fran⸗ ken; verzehrte ich ſie vernünftig, ſo konnte ich fünf bis ſechs Tage davon leben Alles war indeſſen für den entſcheidenden Augenblick bereit: der Brief, der meinen Tod verkündigte, war geſchrieben und unterzeichnet.

In der Nacht des dritten oder vierten Tags gab man das verabredete Signal, indem man einen Stein in mein Fenſter warf, das auf die Straße ging. Ich eilte hinab und öffnete die Thüre: ein Fiacre hielt vor dem Hauſe; in dieſem Fiacre war ein Leichnam. Louis und ich brachten ihn in mein Zimmer und legten ihn auf mein Bett; ich zog ihm eines von meinen Hemden an. Es war der Leich⸗ nam eines jungen Mannes; ſein Geſicht war von einer ſo furchtbaren Wunde zerriſſen, daß man ſeine

Züge unmöglich erkennen konnte. Der Zufall, dieſer