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Und nachdem er dem Grafen die Hände losge⸗ bunden und ihm den Knebel abgenommen hatte, machte er Salvator oder vielmehr Herrn von Val⸗ geneuſe darauf aufmerkſam, er werde vor der Thüre bleiben, um auf den erſten Ruf herbeizueilen, und ging dann mit ſeinem Freunde Touſſaint hinaus.
Salvator folgte ihm und Touſſaint mit den Augen, und ſobald die Thüre wieder geſchloſſen war, ſprach er zum Grafen von Valgeneuſe:
„Wollen Sie ſich ſeten, mein Vetter; denn ich befürchte ſehr, wir haben einander zu viel zu ſagen, um ſtehen bleiben zu können.“
Lorédan warf einen raſchen Blick auf Salvator.
„Ah!“ ſagte dieſer, indem er mit der Hand ſeine ſchönen ſchwarzen, ſo zarten, ſo ſeidenen Haare auf⸗ hob und ſeine Stirne entblößte, welche ſo ruhig und
rein, als fände er ſich ſeinem beſten Freunde gegen⸗ über,„ſchauen Sie mich recht an, Lorédan; ich bin es ſelbſt.“
„Woher des Teufels kommen Sie denn, Herr Conrad?“ rief der Graf, der ſich behaglicher vor einem Mann von demſelben Range fühlte, als es ihm den zwei Proletariern gegenüber war, mit denen er ſo unvortheilhaft gekämpft hatte.„Bei meiner Ehre, man hielt Sie für todt!“
„Nun wohl, Sie ſehen, ich war es nicht. Ei! mein Gott, die Geſchichte iſt voll von Ereigniſſen dieſer Art, von Oreſtes, der durch Pylades ſeinen Tod Aegiſthos und Klytemneſtra melden läßt, bis auf den Herzog von Normandie, der von Sr. Majeſtät Karl X. den Thron ſeines Vaters Ludwigs XVI. reclamirt.“


