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dies ein von ihm gefaßter und zwar wohlgefaßter Entſchluß war.
„Meine Herren,“ ſprach Lorédan,„diesmal han⸗ delt es ſich nicht mehr darum, mich fliehen zu laſſen; es handelt ſich nur darum, mich nicht zu ermorden.“
„Stille!“ ſagte Jean Taureau.
„Ich verſpreche Ihnen hunderttauſend Franken, wenn...“
Der Graf vollendete nicht; das Taſchentuch, das ihm ſchon einmal als Knebel gedient hatte, verſchloß ihm zum zweiten Male den Mund.
„Hunderttauſend Franken,“ ſtammelte Touſſaint, „hunderttauſend Franken.
„Und woher ſollte er ſie denn nehmen, ſeine hunderttauſend Franken?“ verſetzte Jean Taureau.
Der Gefangene konnte nicht mehr ſprechen, doch er machte mit dem Kopfe ein Zeichen, welches an⸗ deutete, man brauche nur in ſeiner Rocktaſche zu ſuchen.
Jean Taureau ſtreckte ſeine dicke Hand aus, ſchob zwei Finger in die Rocktaſche von Herrn von Valgeneuſe und zog ein Portefeuille mit prallen Flanken heraus.
Er lehnte Herrn von Valgeneuſe an die Wand an, ungefähr wie man eine Mumie in einem Na⸗ turaliencabinet anlehnt, kehrte zur Lampe zurück und öffnete das Portefeuille.
Touſſaint ſchaute ſeinem Gefährten über die
Schulter. Jean Taureau zählte zwanzig Banquebillets.
Das Herz von Touſſaint ſchlug, um ſeine Bruſt zu zerſprengen.


