Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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Wie, er liebt Sie nicht? rief Frau von Ma⸗ rande, die ſich hinreißen ließ;ich habe ihm doch geſagt.

Er ſoll ſich den Anſchein geben, als liebte er mich.. Nun wohl, der arme Junge, obſchon er, ich bezweifle es nicht, die größte Rückſicht für Ihre Ermahnungen hat, vermöchte doch bei dieſem Punkte nicht dazu zu gelangen, daß er Ihnen gehorchen würde. Nein, er liebt mich nicht! ſieht er mich auf einer Seite der Straße kommen, und er kann ohne Unhöflichkeit auf die andere gehen, ſo thut er es; begegne ich ihm, und er iſt, unverſehens erfaßt, ge⸗

nöthigt, mich zu grüßen, ſo geſchieht es mit einer

Kälte, von der jeder Andere als ich verletzt wäre, der ich dieſe Pflicht der Höflichkeit erfülle, um ihn eine Einladung bei Ihnen annehmen zu machen. Geſtern habe ich ihn gezwungen, buchſtäblich gezwun⸗ gen, mir die Hand zu geben, und wenn Sie wüß⸗ ten, was der arme Junge während der ganzen Zeit, die ſeine Hand in der meinigen blieb, gelitten hat! Das hat mich gerührt, und je mehr er mich haßt, deſto mehr liebe ich ihn... Sie begreifen das, nicht wahr, Madame? Das iſt ein undankbarer Menſch, aber ein redlicher Menſch.

Wahrhaftig, mein Herr, ich weiß nicht, wie ich das, was Sie mir ſagen, nehmen ſoll!

Wie man Alles nehmen muß, was ich ſage: als die Wahrheit. Der arme Junge glaubt ſich im Unrechte gegen mich, und das macht ihn befangen.

Mein Herr, in welchem Unrechte?

Ich ſage Ihnen nicht, er ſei kein Geiſterſeher; er iſt Dichter, und jeder Dichter iſt es mehr oder