Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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Und dennoch, mein Herr... ſagte die junge Frau, ihren Satz mit einem Lächeln abſchneidend.

Dennoch liebt er Sie, oder er iſt vielmehr ver⸗ liebt in Sie: Monſeigneur Coletti liebt nur ſich ſelbſt; das iſt es, was Sie ſagen wollen, nicht wahr?

Das in Permanenz auf den Lippen von Frau von Marande gebliebene Lächeln war eine ſtillſchwei⸗ gende Beipflichtung zur Meinung ihres Mannes.

Nun wohl, fuhr der Banquier fort,ein An⸗ beter in den hohen Würden der Kirche ſteht einer hübſchen jungen Frau ziemlich wohl an, beſonders wenn dieſe hübſche junge Frau weder ſpröd, noch devot iſt, und einen andern Liebhaber hat.

Einen andern Liebhaber! rief Lydie.

Bemerken Sie wohl, daß ich nicht gerade von Ihnen rede; ich generaliſire, ich ſage eine hübſche junge Frau... Sie ſind jung unter den Jungen, hübſch unter den Hübſchen; doch Sie ſind nicht die einzige junge, die einzige hübſche Frau von Paris, nicht wahr?

Oh! ich hege dieſe Anmaßung durchaus nicht, mein Herr.

Monſeigneur Coletti mag alſo gelten! Er läßt für Sie die beſte Loge des Conſervatoire aufbewah⸗ ren, wenn die Oratorien kommen; er reſervirt Ihnen die beſte Tribune von Saint⸗Roch, um das Magni- ficat und das Dies irae zu hören, und er hat mei⸗ nem Haushofmeiſter Recepte von Wildpretpurée ge⸗ geben, welche die Bewunderung Ihrer zwei alten Cicisbei, der Herrn von Courchamp und Montrond,

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