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„Madame...“ verſuchte Herr von Marande zu unterbrechen.
„Ich will über nichts weggehen,“ ſagte Lydie: „Sie würden glauben, ich habe vergeſſen. Ein jun⸗ ger Mann, der meinen Vater für reich hielt, bat um meine Hand; ein inſtinctartiger Widerwille gegen die⸗ ſen jungen Mann machte, daß mein Vater von An⸗ fang ſein Geſuch zurückwies. Doch beſiegt durch meine Bitten,— dieſer junge Mann hatte mir ge⸗ ſagt, er liebe mich, und ich glaubte ihn zu lieben..“
„Sie glaubten?“ fragte Herr von Marande.
„Ja, mein Herr, ich glaubte. Iſt man mit ſech⸗ zehn Jahren ſeiner Gefühle ganz ſicher, beſonders, wenn man aus der Penſion kommt und die Welt ganz und gar nicht kennt?... Ich wiederhole alſo, beſiegt durch meine Bitten, empfing am Ende mein Vater Herrn von Bedmar. Alles wurde feſt⸗ geſetzt, ſelbſt meine Mitgift: dreimal hunderttauſend Franken. Doch es verbreitete ſich das Gerücht vom Ruine meines Vaters, mein Bräutigam ſtellte plötz⸗ ſeine Beſuche ein und verſchwand! nur empfing mein Vater einige Zeit nachher von ihm einen Brief datirt von Mailand, in welchem er ihm ſagte, da er ſeinen erſten Widerwillen, ihn zum Schwiegerſohne anzu⸗ nehmen, erfahren habe, ſo wolle er ſeinen Sympa⸗ thien keine Gewalt anthun. Meine Mitgift war abgeſondert deponirt und vor jedem Angriffe geſchützt worden; es war ungefähr die Hälfte von dem, was mein Vater Ihrem Banquehauſe ſchuldete. Drei Tage vor der Verfallzeit ſeiner Verbindlichkeiten erſchien er bei Ihnen, bot Ihnen die dreimal hunderttauſend
Franken an und bat Sie um Friſt für das Uebrige.


