Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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Gewiß. Verſprachen Sie nicht, Sie werden kommen?.. Ich erwartete Sie ſeit einer Viertel⸗ ſtunde.

Ah! was ſagen Sie mir da, Madame? Sie müſſen ſo müde ſein! Nicht wahr, ich bin unbeſchei⸗ den geweſen?

Nein; kommen Sie.

Herr von Marande näherte ſich, grüßte voll An⸗ muth, nahm die Hand, die ihm ſeine Frau reichte, neigte ſich auf dieſe Hand mit dem zarten Gelenke, mit den weißen, ſchmalen Fingern, mit den roſigen Nägeln, und legte ſeine Lippen ſo leicht darauf, daß Frau von Marande mehr die Abſicht begriff, als daß ſie den Kuß fühlte.

Die junge Frau befragte mit den Augen ihren Gatten.

Es ließ ſich leicht ſehen, daß nichts ungewöhn⸗ licher war, als ein ſolcher Beſuch von Herrn von Marande; und dennoch ließ ſich auch ſehen, daß dieſer Beſuch weder gewünſcht, noch gefürchtet war: es war eher der Beſuch eines Freundes als der eines Gatten, und Lydie ſchien ſogar mit mehr Neu⸗ gierde als Beſorgniß zu warten.

Herr von Marande lächelte; dann ſagte er mit ſeiner ſanfteſten Stimme:

Ich muß mich vor Allem entſchuldigen, daß ich Sie ſo ſpät oder vielmehr ſo früh beſuche. Glau⸗ ben Sie mir, hielten mich nicht die wichtigſten Ge⸗ ſchäfte den ganzen Tag außer dem Hauſe, ſo würde ich eine günſtigere Gelegenheit abgewartet haben, um vertraulich mit Ihnen zu reden.

Welche Stunde Sie auch wählen mögen, mein Dumas, Salvator. I. 17