Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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es ganz einfach, daß man in das Paradies eintrat, und es war in der That wohl das Paradies, dieſes Zimmer, in das wir den Leſer führen.

Sobald die Thüre geöffnet war, oder, um ge⸗ nauer zu ſprechen, ſobald der Thürvorhang aufge⸗ hoben war,— denn wenn es hier Thüren gab, ſo hatte ſie die Kunſt des Tapezirers unſichtbar gemacht, — ſobald der Thürvorhang aufgehoben war, war der erſte Gegenſtand, der in die Augen fiel, die ſchöne Lydie, träumeriſch in dem Bette ausgeſtreckt, das die rechte Seite des Zimmers einnahm, einen Ellenbogen in ein Kopfkiſſen vertieft, das von Gaze zu ſein ſchien, und in der andern Hand einen kleinen Band Gedichte in Saffian haltend, ein Buch, das zu leſen ſie vielleicht die größte Luſt hatte, welches ſie aber nicht las, ſo ſehr ſchien ſie von einem an⸗ dern Gedanken, als dem der Lecture erfüllt zu ſein.

Eine Lampe von chineſiſchem Porzellan brannte über einem Tiſchchen von Boule und beleuchtete durch eine Kugel von rothem böhmiſchem Glaſe die Betttücher mit einer roſenfarbigen Tinte ähnlich der, welche ſich bei Sonnenaufgang über den jungfräu⸗ lichen Schnee des Montblanc verbreitet.

Das iſt es, was die Augen zuerſt anzog; und wir werden es vielleicht ſogleich verſuchen, ſo keuſch, als es uns möglich ſein wird, den durch dieſes be⸗ zaubernde Gemälde hervorgebrachten Eindruck wie⸗ derzugeben; vorher aber fühlen wir uns wie unwill⸗ kürlich hingeriſſen, die übrige Wohnung zu be⸗ ſchreiben.

Zuerſt den Olymp; dann die Göttin, die ihn bewohnte.