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„Aufgelöſt!“ wiederholten die Zuhörer, als könn⸗ ten ſie nicht an dieſe Nachricht glauben.
„Das iſt ja ſehr ernſt, was Sie da ſagen, mein Herr!“ rief der General Pajol.
„Finden Sie, General?“
„Allerdings... Das iſt ganz einfach ein Staats⸗
ſtreich!“
„Ja?... Nun wohl, Seine Majeſtät König
Karl X. hat einen Staatsſtreich gemacht.“
„Sie ſind deſſen, was Sie ſagen, ſicher?“ fragte Lafayette.
„Ah! Herr Marquis,(Salvator nahm es nicht im Ernſte, daß die Herren von Lafayette und von Mont⸗ morench ihre Titel in der Nacht vom 4. Auguſt 1789 verbrannt hatten). Ah! Herr Marquis, ich würde nichts ſagen, was nicht die ſtrenge Wahrheit wäre.“
Sodann mit feſter Stimme:
„Ich glaubte Ihnen genug bekannt zu ſein, daß Sie nicht an meinem Worte zweifeln würden.“
Der Greis reichte dem jungen Manne die Hand.
Und er ſagte lächelnd und leiſe:
„Gewöhnen Sie ſich doch ab, mich Marquis zu nennen.“
„Entſchuldigen Sie,“ erwiederte lachend Salvator,
„Sie ſind dergeſtalt Marquis für mich...
„Nun wohl, es ſei! für Sie, der Sie ein Mann
von Geiſt ſind, werde ich bleiben, was Sie wollen; doch für die Anderen machen Sie mich nur zun General.“
Dann zur urſprünglichen Converſation zurüc⸗ kehrend, fragte Lafayette:
„Und wann erläßt man dieſe ſchöne Ordonnanz?“


