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„Nun wohl, Sie werden ſie bei Frau von Ma⸗ rande erhalten.“
„Wer wird ſie uns geben?“
O
„Ich.
„Wie! Sie gehen zu Frau von Marande?“
Salvator lächelte fein.
„Nicht zu Frau von Marande, ſondern zu Herrn von Marande,“ erwiederte er.
Dann ſagte er mit demſelben Lächeln, das eines der beſonderen Merkmale ſeiner Phyſiognomie war:
„Es iſt mein Banquier.“
„Ah! alle Wetter!“ rief Ludovic,„nun ärgere ich mich, daß ich die Einladung, die Du mir ange⸗ boten, Jean Robert, nicht angenommen habe.“
„Wenn es nicht ſo ſpät wäre!“ verſetzte der Letztere.
Und ſeine Uhr ziehend, fuhr er fort:
„Halb zehn Uhr: unmöglich!“
„Sie wünſchen auf den Ball von Frau von Marande zu gehen?“ fragte Salvator.
„Ja,“ antwortete Ludovic;„ich hätte gern meine Freunde heute Nacht nicht verlaſſen mögen... Kann nicht jeden Augenblick etwas geſchehen?“
„Wahrſcheinlich wird nichts geſchehen,“ ſagte Salvator;„verlaſſen Sie aber darum Ihre Freunde doch nicht.“
„Ich muß ſie wohl verlaſſen, da ich keine Ein⸗ ladung habe.“
Salvator ließ auf ſeinem Geſichte das Lächeln umherirren, das bei ihm Gewohnheit war.
„Bitten Sie unſern Dichter, Sie vorzuſtellen,“ ſagte er.
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