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den Miniſtern!“ Man war von der Begeiſterung zur Proteſtation übergegangen, und man ging von der Proteſtation zum Aufſtande über.
Das war aber noch viel ſchlimmer für die Legio⸗ nen, welche von der Rue de Rivoli und über die Place Vendöme zurückkehrend vor dem Finanzmini⸗ ſterium und dem Juſtizminiſterium zu paſſiren hatten. Hier war es nicht mehr Geſchrei, ſondern Gebrüll. Trotz des von den Oberſten gegebenen Befehls, wei⸗ ter zu marſchiren, machten die Legionen Halt, die Gewehrkolben ſchlugen geräuſchvoll auf das Pflaſter, und das Gebrüll:„Nieder mit Villole! Nieder mit Peyronnet!“ erſchütterte die Fenſterſcheiben der zwei
otels.
Einige Oberſten, nachdem ſie den Befehl, weiter zu marſchiren, wiederholt hatten, zogen ſich, als ſie ſahen, daß man ihnen nicht gehorchte, proteſtirend zurück; doch die anderen Officiere waren geblieben. Und weit entfernt, daß ſie ihre Soldaten zu beſänf⸗ tigen ſuchten, ſchrieen ſie vom allgemeinen Schwin⸗ del ergriffen wie die Anderen: Einige ſogar ſtärker als die Anderen.
Die Demonſtration war ernſt; das war keine Volksmaſſe, kein Vorſtädterhaufen, keine Arbeiterver⸗ ſammlung: es war ein conſtituirtes Corps, eine po⸗ litiſche Macht, es war das Bürgerthum, das mit dem ganzen franzöſiſchen Volke durch den Mund von zwanzigtauſend Mann in Waffen proteſtirte.
Die Miniſter ſpeiſten in dieſem Augenblicke beim öſterreichiſchen Geſandten, Herrn von Appony. Durch die Polizei benachrichtigt, ſtanden ſie von der Tafel auf, verlangten ihre Wagen und hielten Berathung


