216 Petrus und Ludovic waren Lieutenants bei der Na⸗ tionalgarde zu Fuß.
Jeder von ihnen hatte, wenn auch in ſeinem Innern von Kunſt, Wiſſenſchaft oder Liebe in An⸗ ſpruch genommen,— denn dieſe jungen Herzen waren für alle Gefühle offen,— Jeder von ihnen, ſagen wir, hatte den Tag des 29. April kommen ſehen, ſeinen Theil an dieſem allgemeinen Beben fühlend, deſſen Exiſtenz wir conſtatirt haben, ohne die Urſache genau angeben zu können.
Am Abend des 28. war auf Berufung von Sal⸗ vator Zuſammenkunft bei Juſtin. Hier unterrichtete Salvator ernſt und einfach ſeine vier Gefährten von dem, was vorging. Er glaubte, es werde am andern Tage eine Demonſtration ſtattfinden, doch keine Be⸗ wegung; er bat ſie, Herren über ſich zu bleiben und nichts von Bedeutung zu thun, ohne daß ſie von ihm erfahren hätten, der Augenblick ſei gekommen.
Endlich erſchien der große Tag. Es war wahr⸗ haft ein Sonntag, nach dem Anblicke der Straßen von Paris zu urtheilen; mehr als ein Sonntag: es war ein Feſttag.
Von neun Uhr Morgens durchfurchten die Le⸗ gionen der verſchiedenen Arrondiſſements Paris, Muſik an der Spitze, und es folgte ihnen, entweder auf den Trottoirs oder auf den beiden Seiten der Boulevards, die Bevölkerung der verſchiedenen Quar⸗ tiere, die ſie durchzogen.
Um elf Uhr waren zwanzigtauſend Mann Natio⸗ nalgarde vor der Ecole Militaire aufgeſtellt. Sie hatten unter ihren Füßen die Erde des Marsfeldes ſo voll von Erinnerungen, welche von ihren Vätern


