Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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gothiſchen Fenſter ihres Gemaches zerbrochen hat, der Donner, der geräuſchvoll in der Ferne rollt, die finſtere Nacht, die traurig flackernde Lampe, Alles bis auf die melancholiſchen Verſe von Dante, welche auf ſeiner Barke vorüberfahrend ein Gondolier ſingt:

Nessum maggior dolore Che ricordarsi del tempo felice, Nella miseria*).

Alles bringt an dieſem unſeligen Abend die arme Desdemona in Verzweiflung, Alles iſt ſchlimmes Vorzeichen, Alles iſt unheilvolle Vorbedeutung!

Der Sang der Statue in Don Juan von Mo⸗ zart und die Verzweiflung der armen Donna Anna, da ſie an den Leichnam ihres Vaters ſtößt, ſind viel⸗ leicht die einzigen zwei Situationen, die ſich mit die⸗ ſer ſchmerzlichen Scene der Ahnungen vergleichen laſſen.

Keine Muſik, wir wiederholen es, war alſo mehr geeignet, als die des großen italieniſchen Meiſters, um die Schmerzen von Carmelite auszudrücken.

Dieſer Colombau, brav, redlich und ſtark, um den ſie die Trauer im Herzen trug, war er nicht gewiſſer Maßen der finſtere, redliche, in Desdemona verliebte Africaner? Dieſer unſelige Jago, dieſer falſche Freund, der in das Herz von Othello das Gift der Eiferſucht ſtreut, war er nicht, die Ver⸗ hältniſſe wohl beachtet, der frivole Americaner,

* Es gibt keinen größeren Schmerz, als ſich im Elende der glücklichen Zeit zu erinnern.