Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

r⸗

ich

re

en e; in rn tit iſt en h⸗ zu

179

Der Kampf überſteigt Deine Kräfte, ſagte Lydia.

Du wirſt es ſehen! erwiederte Carmelite.

Und etwas wie der blaſſe Refler des Lächelns einer Todten zeichnete ſich auf ihren Lippen.

Du willſt es? fragte Regina, indem ſie ſich wieder ans Klavier ſetzte.

Nicht die Frau wird ſingen, Regina: die Künſt⸗ lerin, antwortete Carmelite.

Und ſie machte die drei Schritte, die ſie noch vom Klavier trennten.

Mit Gottes Gnade! ſagte Frau von Marande.

Regina präludirte zum zweiten Male.

Carmelite begann:

Assisa al pié d'un salice*)...

Die Stimme war feſt, ſicher geblieben, und er⸗ griff eine tiefe Gemüthsbewegung vom zweiten Verſe an die Zuhörer, ſo rührte dieſe Gemüthsbewegung viel mehr vom Schmerze von Desdemona, als vom Leiden von Carmelite her.

Es wäre in der That ſchwer geweſen, einen Ge⸗ ſang zu wählen, der ſich mehr für die Lage von Carmelite geeignet hätte; die Todesangſt, von der das Herz von Desdemona ergriffen iſt, da ſie die erſte Strophe der africaniſchen Sclavin, ihrer Amme,

ſingt, war gewiſſer Maßen die Formel der Bangig⸗

keiten, die ihr eigenes Herz zuſammenſchnürten; der Sturm, der über dem Palaſte der ſchönen Venczia⸗ nerin ſchwebt, der Wind, der eine Füllung vom

* Am Fuße einer Weide ſitzend.