Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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Der General verbeugte ſich zum zweiten Male und ſprach mit einer der ritterlichen Zeiten würdigen Höflichkeit:

Mein Fräulein, ich bedaure, daß mir Frau von Marande nicht eine ſchwierigere Aufgabe beſchieden hat, als die, Ihr Lob zu verkündigen. Glauben Sie mir, daß ich mit ganzer Seele hiefür beſorgt ſein, und dennoch mich als Ihren Schuldner betrachten werde.

Oh! ſingen Sie, ſingen Sie, Madame! riefen einige Stimmen mit dem Ausdrucke der Bitte.

Du ſiehſt, liebe Schweſter, ſagte Frau von Marande,Jedermann wartet mit Ungeduld... Willſt Du anfangen?

Auf der Stelle, wenn man es wünſcht, ant⸗ wortete einfach Carmelite.

Was willſt Du ſingen? fragte Regina.

Wählet ſelbſt.

Du gibſt keinen Vorzug?

Keinen.

Ich habe den ganzen Othello hier.

Alſo Othello.

Begleiteſt Du Dich ſelbſt? fragte Lydie.

Wenn ich es nicht anders machen kann, ant⸗ wortete Carmelite.

Ich werde Dich begleiten, ſagte raſch Regina.

Und ich, ich werde die Blätter umwenden, fügte Frau von Marande bei.Zwiſchen uns Bei⸗ den wirſt Du keine Angſt haben?

Ich werde keine Angſt haben... erwiederte Carmelite ſchwermüthig den Kopf ſchüttelnd.

Carmelite war in der That vollkommen ruhig.