Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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Der von Fragola, der Gelehrteſten von den Dreien bei dieſer geſchickten Blumenvermählung, bei dieſer verſtändigen Verſchmelzung von Nuancen, geflochtene Kranz beſtand wie die Guirlande des Kleides, wie der Strauß des Leibes, aus Cypreſſenzweigen und Alzeiblüthen.

Ein Collier von ſchwarzen Perlen, ein koſtbares Geſchenk von Regina, umſchloß den Hals.

Als Carmelite, bleich und dennoch geſchmückt, aus dem Schlafzimmer von Frau von Marande heraus⸗ trat, gaben diejenigen, welche ſie erwarteten, aber nicht ſo zu ſehen erwarteten, einen Ausruf von ſich, in welchem ſich die Bewunderung und der Schrecken vermengten. Man hätte denken ſollen, es ſei eine antike Erſcheinung, die Norma oder die Medea. Ein Schauer durchlief alle Adern.

Der alte General, ſo ſehr er Skeptiker war, be⸗ griff, es ſei hier etwas Heiliges wie die Ergebenheit, etwas Großes wie das Märtyrerthum. Er ſtand auf und wartete.

Regina ihrerſeits lief auf Carmelite zu, ſobald ſie erſchien.

Das glänzende Geſpenſt trat zwiſchen die von Leben und Glück ſtrahlenden zwei Frauen.

Jedermann folgte mit dem Blicke dieſer ſtillen Gruppe mit einer gewiſſen Neugierde, welche an die Gemüthserregung gränzte.

Ah! wie bleich biſt Du, meine arme Schweſter! ſagte Regina.

Wie ſchön biſt Du, o Carmelite! ſagte Frau

von Marande.

Ich habe Euren dringenden Bitten nachgegeben,