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Kreiſe, der ſie umgab, hätte man geglaubt, dieſe Blitze kommen aus einer Gewitterwolke hervor.
Sodann ihre Lippen, einſt von Purpur; ihre Lippen, welche nach ihrer Ohnmacht ſo viel Mühe gehabt hatten, um wieder zum Leben zurückzukehren, ihre Lippen hatten ihre urſprüngliche Farbe nicht wieder annehmen können; ſie hatten nur, und zwar mit großer Mühe, die bleiche Nuance der roſenfarbenen Koralle erlangt, doch, man muß ſagen, gerade hiedurch vervollſtändigten ſie trefflich das ſeltſame Ganze, das immer aus Carmelite eine Schönheit erſten Rangs machte, aber dieſer Schönheit eine fantaſtiſche Tinte gab.
Sie wareinfach, indeſſen anbetungswürdig gekleidet.
Durch ihre drei Freundinnen angetrieben, in die Soirée von Lydie zu kommen, und mehr noch unter⸗ ſtützt durch ihren Entſchluß, ſich ſchnell unabhängig zu machen, war die Frage der Toilette, in der ſie erſcheinen würde, lange erörtert worden. Es ver⸗ ſteht ſich von ſelbſt, daß Carmelite an der Debatte keinen Antheil genommen hatte; ſie hatte von Anfang erklärt, ſie ſei die Witwe von Colombau, um den ſie ihr Leben lang trauern werde, und ſie werde nur in ſchwarzem Kleide kommen: Fragola, Lydie und Re⸗ gina konnten nun dieſes Kleid ſchneiden und ordnen, wie es ihnen beliebte.
Regina beſchloß, das Kleid ſollte von ſchwarzen Spitzen auf Leib und Rock von ſchwarzem Atlaß ſein, und ſie ſollte, ſtatt jeder Verzierung, eine Guirlande von jenen düſtern, veilchenblauen Blumen, dem Em⸗ bleme der Traurigkeit haben, die man Alzei nennt; 6 den Blumen ſollten Cypreſſenzweige ein.


