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Namen dieſes frommen Mannes von der Marquiſe de la Tournelle haben nennen hören.
Monſeigneur Coletti war im Jahre 1827 nicht nur ein Mann in der Gunſt, ſondern auch ein Mann von Ruf; nicht nur ein Mann von Ruf, ſondern auch ein Mann in der Mode. Die Conferenzen, die er während der Faſtenzeit gehalten, hatten ihm den Ruf eines großen Predigers eingetragen, welchen ihm Niemand, ſo wenig devot er auch ſein mochte, ſtreitig zu machen nur die Idee hatte; Jean Ro⸗ bert vielleicht ausgenommen, welcher, vor Allem Dichter und Alles als Dichter ſehend, ſich immer wunderte, daß die Prieſter, die einen herrlichen Text wie das Evangelium hatten, gewöhnlich ſo ſchlecht inſpirirt, ſo wenig beredt waren. Es ſchien ihm, der kämpfte und zwar ſiegreich gegen ein Auditorium kämpfte, das hundertmal widerſpänſtiger als das, welches ſich in den frommen Conferenzen zu erbauen pflegt, es ſchien ihm, ſagen wir, er hätte, würde er die Kanzel beſtiegen haben, ein Wort ganz anders überredend oder ganz anders donnernd gehabt, als alle die geſchraubten Worte dieſer weltlichen Prä⸗ laten, deren Homelien er einmal zufällig hörte. Da bedauerte er, daß er nicht Prieſter war, daß er nicht eine Kanzel ſtatt eines Theaters und chriſtliche Zu⸗ hörer ſtatt profaner Zuſchauer hatte.
Obſchon ſeine feinen ſeidenen Strümpfe und ſein ganzes veilchenblaues Coſtume einen der Würdeträ⸗ ger der Kirche offenbarten, konnte man doch Mon⸗ ſeigneur Coletti für einen einfachen Abbé aus der
Zeit von Ludwig XV. halten, ſo ſehr verriethen ſein
Geſicht, ſeine Tournure, ſein Gang und ſein Schau⸗


