Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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ten Sie nicht vorhin, Madame, ſie habe zwei Freun⸗ dinnen?

Arm und ſtolz, fuhr Frau von Marande fort, und ſie will von der Kunſt eine Exiſtenz fordern, die ihre Nadelarbeiten ihr verweigern würden. Sodann hat ſie einen ungeheuren Schmerz, nicht zu vergeſſen, ſondern einzuſchläfern.

Einen ungeheuren Schmerz?

Ah! ja, den größten, den tiefſten Schmerz, den das Herz einer Frau enthalten kann!... Sie wiſ⸗ ſen das nun, General, und Sie werden ihr die Traurigkeit ihres Geſichtes vergeben und ihre Stimme hören.

Und, ſagte der General,verzeihen Sie die Frage, ſie iſt weniger indiscret, als ſie von Anfang zu ſein ſcheint: bei der Laufbahn, für welche ſich Ihre Freundin beſtimmt, iſt die Schönheit nichts Unnützes; und Ihre Freundin iſt ſchön?

Wie die antike Niobe mit zwanzig Jahren, General.

Und ſie ſingt?

Ich ſage Ihnen nicht wie die Paſta, ich ſage Ihnen nicht wie die Malibran, ich ſage Ihnen nicht wie die Catalani; ich ſage Ihnen wie ſie ſelbſt...

Nein, ſie ſingt nicht: ſie weint, ſie leidet, ſie macht leiden und weinen.

Was für eine Stimme?

Eine herrliche Altſtimme?

Hat ſie ſich ſchon öffentlich hören laſſen?

Nie!... Sie wird heute Abend zum erſten

Male vor fünfzig verſammelten Perſonen ſingen. Und Sie wünſchen?

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