Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

132

ging die Treppe hinauf. Als er in ſein Zimmer eintrat, öffnete er das Fenſter. Die letzten Strahlen der untergehenden Sonne glitten golden durch die Zweige der Bäume des Luxembourg, deren Knoſpen zu ſchwellen anfingen.

Es war in der Luft der in's Veilchenblaue ſpie⸗ lende kleine Rebel, der das Herannahen des Früh⸗ lings verkündigt.

Der Abbé ſetzte ſich, ſtützte ſeinen Ellenbogen auf das Fenſtergeſims, ſchaute und horchte auf die Schwärme von Sperlingen, welche zwitſcherten, ehe ſie in ihre Hagebuchen zurückkehrten.

Die Concierge, wie ſie es zu thun verſprochen, brachte die Fleiſchbrühe und die zwei Cotelettes her⸗ auf; ohne den Mönch in ſeiner Meditation zu ſtören, denn ſie war gewohnt, ihn ſo meditiren zu ſehen, ſetzte ſie ſodann den Tiſch vor ihn, und auf den Tiſch ſein Mittagsbrod.

Der Abbé hatte die Gewohnheit angenommen, Brod auf ſein Fenſter zu zerkrümeln, und an dieſes Bettelgeſchenk gewöhnt, eilten die Vögel herbei wie römiſche Clienten zur Thüre von Lucullus oder von Cäſar.

Einen Monat lang war das Fenſter geſchloſſen geblieben; einen Monat lang hatten die Vögel ver⸗ gebens ihrem Freunde gerufen; einen Monat lang hatten ſie ſich vergebens auf den äußeren Rand dieſes Fenſters geſetzt und neugierig durch die Scheibe geſchaut.

Das Zimmer war leer: der Abbé Dominique war in Penhosl.

Als aber die Vögel das Fenſter offen ſahen, da

e——0

——0)——

—