Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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daß wir meiſtens Verbrecher feſtnehmen, es geſchieht aber auch manchmal aus Irrthum, daß wir die Hand an ehrliche Leute legen.

Sie glauben? fragte Gibaſſier mit höhniſcher Miene.

Und zwar an ſehr ehrliche Leute, wiederholte der Agent.

Gibaſſier ſchaute ihn mit einer Miene an, welche bezeichnete:Ich bin ein lebendiger Beweis hievon.

Die Heiterkeit dieſes Blickes verrückte dem Poli⸗ zeimann vollends den Kopf, und im Tone ausnehmen⸗ der Höflichkeit fügte er bei:

Mein Herr, ich befürchte, ich habe einen Miß⸗

griff dieſer Art begangen, doch es iſt noch Zeit, ihn wieder gut zu machen.

Ei) was wollen Sie damit ſagen? fragte ver⸗ ächtlich Gibaſſier.

Ich will ſagen, mein Herr, ich befürchte einen ehrlichen Mann verhaftet zu haben.

Ich glaube es wohl, bei Gott! daß Sie das befürchten müſſen, erwiederte der Galeerenſklave, indem er ihn mit ſtrengem Auge anſchaute.

Ich hielt Sie beim erſten Anblicke für eine zwei⸗ deutige Perſon; doch ich ſehe nun, daß dem nicht ſo iſt, und daß Sie im Gegentheile von den Unſern ſind.

Von den Ihrigen? ſagte verächtlich Gibaſſier.

Und, fügte der Agent demüthig bei,wie ich ſo eben bemerkte, da es noch Zeit iſt, dieſen kleinen Mißgriff wieder gut zu machen

Nein, mein Hert, es iſt nicht mehr Zeit, ent⸗ gegnete lebhaft Gibaſſier,denn in Folge dieſes Miß⸗ griffes iſt der Mann, über den ich zu wachen beauf⸗

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