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Tage das Leichenbegängniß des Herrn Herzog de la Rochefoucauld ſtattfand, alle Logen und alle Vente entweder in der Himmelfahrtskirche oder in den um⸗ liegenden Straßen einfinden.
Hier würde man die letzten Inſtructionen der oberſten Venta empfangen.
In jedem Falle ſollte bis zur Ankunft des Her⸗ zogs von Reichſtadt ein Ausſchuß in Permanenz bleiben.
Man trennte ſich um ein Uhr des Morgens.
Gibaſſier befürchtete nur Eines: vor der Thüre den Affiliirten zu treffen, deſſen Platz er eingenom⸗ men; dieſer war nicht da. Ohne Zweifel war er ge⸗ kommen; doch da er ſeine vier Gefährten nicht hatte kommen ſehen, ſo hatte es ihm Langweile gemacht, auf ſie zu warten, und er war im Glauben, die Sache ſei verſchoben, nach Hauſe zurückgekehrt.
Herr Sarranti verließ ſeine vier Gefährten vor der Thüre, und Gibaſſier, der nicht bezweifelte, er kehre nach dem Hotel du Grand⸗Ture zurück, ver⸗ ſchwand an der Ecke der erſten Straße, lief über Hals und Kopf, kam ihm zehn Minuten zuvor, trat in das Gaſthaus ein, ſetzte ſich zu Tiſche und aß mit dem Hunger eines Reiſenden, welcher mit verhängten Zügeln fünfunddreißig bis vierzig Meilen gemacht, und die Befriedigung eines Menſchen hat, der ſich bewußt iſt, er habe gewiſſenhaft ſeine Pflicht er⸗ füllt.
Er empfing auch den ſüßen Lohn für alle ſeine Mühewaltungen, als er auf der Treppe den Tritt von Herrn Sarranti hörte, den er ſchon ſtudirt hatte, um ihn unter tauſend zu erkennen.
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