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ſtens ein reicher Magyar, der von Peſth komme und ſich nach Frankreich begebe, um eine diploma⸗ tiſche Note ratificiren zu laſſen. Doch den edlen Fremden von nahe betrachtend, hätte man alsbald geſehen, die Wette ſei verloren; denn trotz des dicken Backenbarts, der ſein Geſicht umrahmte, trotz des aufgeſtutzten Schnurrbarts, den er mit einer affectir⸗
ten Sorgloſigkeit hakenförmig drehte, würde man
raſch unter dieſem ariſtokratiſchen Anſcheine Merk⸗ male der Gemeinheit erkannt haben, die den Unbe⸗ kannten vom fürſtlichen oder ariſtokratiſchen Range, den man ihm beim erſten Anblicke gewährt, zu dem eines Intendanten von vornehmem Hauſe oder eines Officiers dritten Ranges erniedrigt hätten.
Und, in der That, wie der Leſer ohne Zweifel ſchon Herrn Sarranti in dem aus dem erſten Wagen ausſteigenden Reiſenden erkannt hat, ebenſo hat er, wir ſind hievon überzeugt, Meiſter Gibaſſier in dem erkannt, welcher aus dem zweiten Wagen aus⸗ ſtieg.
Man erinnert ſich, daß Herr Jackal, der mit Carmagnole nach Wien abreiſte, Gibaſſier beauf⸗ tragt hatte, Herrn Sarranti in Kehl zu erwarten. Gibaſſier hatte ſich vier Tage im Gaſthauſe zur Poſt breit gemacht; am Abend des fünften hatte er ſodann am Horizont Carmagnole erſcheinen ſehen, welcher als Courier durchreiſte und im Vorübergehen ihn, im Auftrage von Herrn Jackal, benachrichtigte, da Herr Sarranti am Morgen des 26. ankommen müſſe, ſo habe er, Gibaſſier, ſich nach Steinbach zu bege⸗ ben, wo er im Gaſthofe zur Sonne eine Poſtchaiſe, die ihn erwarte, und in dieſer Poſtchaiſe alle zur


