Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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artigen Lärmen, den in der Ferne die Räder der zwei Wagen machten, auf ihre Thürſchwelle gelaufen waren und durch die Geſchwindigkeit der Wagen die Hoffnung verloren hatten, Reiſende zu beherbergen, welche mit ſolcher Sturmeseile fuhren, der Wirth und ſeine Frau, als ſie zu ihrer unausſprechlichen Freude die zwei Poſtchaiſen vor ihrem Hauſe anhal⸗ ten ſahen, ſtürzten, der Wirth an den Schlag des erſten Wagens, die Wirthin an den Schlag des zweiten.

Aus dem erſten Wagen ſtieg raſch ein Mann von etwa fünfzig Jahren, angethan mit einem bis ans Kinn zugeknöpften blauen Ueberrocke, mit ſchwar⸗ zen Beinkleidern und einen breitkrämpigen Hut auf dem Kopfe. Er hatte einen ſteifen Schnurrbart, ein feſtes Auge, eine wohlgebogene Braue, bürſten⸗ förmig geſchnittene Haare: die Braue war ſchwarz wie das Auge, die ſie beſchattete, aber Haare und Schnurrbart fingen an zu ergrauen.*

Aus dem zweiten Wagen ſtieg mit Würde ein majeſtätiſcher, kräftig gebauter Burſche aus, ſo weit man ihn unter ſeiner Polonaiſe mit goldenen Schnü⸗ ren und Borten und unter ſeinem ungariſchen Man⸗ tel, oder, um den wahren Namen ſeines Kleides zu ſagen, unter ſeiner mit Stickereien überladenen Guba, in die er vom Kopfe bis zu den Füßen gehüllt war, beurtheilen konnte.

Sah man dieſen reichen Pelz, die Leichtigkeit, mit der er getragen wurde, die männliche Miene von demjenigen, welcher ihn trug, ſo hätte man gewettet, der Reiſende ſei ein edler walachiſcher Hoſpodar, der von Jaſſy oder Buchareſt komme, oder wenig⸗